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Workshop „Partizipation für Freiwillige im Trägerbund Freiwilligendienste Kultur und Bildung“ vom 27. bis 28. Februar 2015 in Berlin

Am 27. Und 28. Februar kamen auf Einladung der BKJ (Bundesvereinigung Kulturelle Jugendbildung) ca. 40 FSJler_innen aus ganz Deutschland in Berlin zusammen, um sich mit dem Thema Partizipation in den Freiwilligendiensten auseinanderzusetzen. Besonders war vor allem, dass auch Bundesfreiwillige über 27 dabei waren. Es war sehr interessant, sich mit 40- oder 50-jährigen über das FSJ Kultur oder eben den BFD zu unterhalten. Somit fand also eine Art Generationenaustausch statt.

Schon nach gut 2 Stunden machten sich die Probleme dieses Begriffs deutlich: es ging um Parpiti… nein, Patizitation, nein auch nicht: das Thema war Teilhabe.

Neben der Aussprache ist die Bedeutung von Partizipation schwer zu erfassen, da der Begriff sehr viel umfasst. Die Bundeszentrale für politische Bildung definiert dies wie folgt:

Partizipation“ bezeichnet die aktive Beteiligung der Bürger und Bürgerinnen bei der Erledigung der gemeinsamen (politischen) Angelegenheiten bzw. der Mitglieder einer Organisation, einer Gruppe, eines Vereins etc. an den gemeinsamen Angelegenheiten.“[1]

Es gibt zwei Punkte, die aus dieser Definition hervorgehen und die wichtig sind um Partizipation zu erklären: erstens ist die aktive Beteiligung der FSJler_innen gefragt, um etwas zu bewegen. Es braucht also engagierte Menschen die etwas verändern wollen. Zweitens muss diese Beteiligung eine gemeinsame Angelegenheit aller Beteiligten zum Ziel haben. Das heißt für uns, dass die ganze Gruppe hinter einem Ziel stehen und jede Meinung gehört werden sollte. Soweit die Definition des Begriffs Partizipation, der auch mit Teilhabe oder „Beteiligtsein“ umschrieben werden kann.

Der allgemeine Partizipationsbegriff war vor allem zu Beginn des Workshops Thema, in diesem Zusammenhang wurden wir in die unterschiedlichen Stufen der Partizipation eingeführt. Diese Stufen zeigen, ab wann die Teilhabe noch „von oben“ bestimmt ist oder ab wann „Beteiligtsein“ anfängt (gerade auf das FSJ bezogen). Dies kann man auch als „Nicht-Partizipation“ bezeichnen. Eine gute Erklärung der Stufen der Partizipation liefern der folgende Link sowie die angefügte Grafik, mit der wir übrigens zu Beginn gearbeitet haben:

Partizipationsstufen

Partizipationsstufen

Nach diesem durchaus theoretischen Teil, haben wir am Freitagnachmittag Themen festgelegt, die für uns in unserem FSJ Kultur oder dem BFD eine wichtige Rolle spielen und die wir gerne intensiver bearbeiten würden. Dabei haben wir vor allem mit den Fragen gearbeitet: „Wo fühle ich mich beteiligt?“ und „Wo will ich beteiligt sein?“. Die diversen Themen wurden dann in bestimmten Themenfeldern zusammengefasst, um sie am Samstag in kleinen Gruppen zu bearbeiten und sich möglichen Verbesserungsvorschlägen anzunähern.

Am Samstag haben wir in den Gruppen zu den einzelnen Themen vom Vortag weitergearbeitet und Vorschläge sowie Ideen gesammelt, wie man das FSJ Kultur verbessern könnte. Anschließend wurden die Ergebnisse vorgestellt. Im Folgenden sind einige der Themen aufgelistet, zu denen wir gearbeitet haben:

  1. transparentes Bewerbungsverfahren
  2. Status des/der FSJler_in in der Einsatzstelle
  3. Inklusion
  4. Finanzen (gleiches Taschengeld/Fahrtkosten)
  5. Einführung eines einheitlichen Sprechendensystems in allen Bundesländern
  6. Seminarorganisation und Freie Bildungstage
  7. Qualitätsprüfung der Einsatzstellen
  8. bundesweite Projekte für eine bessere öffentliche Wahrnehmung/Akzeptanz des FSJ Kultur

Sprechenden Treffen Magdeburg 2015

Diese und weitere Punkte wurden anschließend in der großen Gruppe diskutiert und reflektiert. Wir waren sehr darüber erstaunt, wie unterschiedlich das FSJ Kultur in den einzelnen Bundesländern gestaltet ist. Das geht von der Höhe des Taschengeldes über die Miteinbeziehung der FSJler_innen bei der Seminargestaltung bis hin zu einem (nicht-)vorhandenen Sprechendensystem innerhalb den Seminargruppen. Das Angleichen dieser Unterschiede war vor allem eines unserer wichtigsten Ziele.

Jedoch muss auch angemerkt werden, dass wir über die vielen negativen Aspekte und Probleme überrascht waren (z.B. Taschengeld, Fahrtkosten etc.). Das soll nicht heißen, dass wir beispielsweise die Ungleichheit in der Bezahlung befürworten, auf keinen Fall! Jedoch sind wir der Meinung, dass es schon ein Luxus ist, dass wir auf den Seminaren Fahrtkosten, Verpflegung sowie Übernachtung gestellt bekommen. Zumal muss man sich auch immer wieder vor Augen halten, dass jeder einzelne FSJ- oder BFD-Platz sowohl von der Einsatzstelle als auch von Bund und Ländern gefördert wird.

Alles in Allem war der Workshop in Berlin aber sehr interessant! Spannend war, zu sehen wie sehr sich doch das FSJ und der BFD von Bundesland zu Bundesland unterscheiden. Zudem war natürlich auch der Austausch mit den anderen Freiwilligen sehr erfrischend. Und Berlin ist ja immer eine Reise wert. Das nächste Treffen wird im Juni stattfinden.

[1] http://www.bpb.de/nachschlagen/lexika/politiklexikon/17998/partizipation

2 http://www.partizipative-qualitaetsentwicklung.de/partizipation/stufen-der-partizipation.html

Personen halten Buchstaben nach oben. Diese ergeben das Wort Gesellschaft

Kultur Sinne | Gesellschaft