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Montag:

Anreise

Nach und nach trudelten alle Freiwilligen der Seminargruppe Orange am Montagnachmittag im kleinen Örtchen Niederndodeleben ein. Mit vielfältigen Erwartungen, Vorfreude oder auch kleinen Ängsten bezogen sie ihre Zimmer in der Bildungs- und Begegnungsstätte Mauritiushaus und trafen sich anschließend im Essensraum zum gemütlichen Nachmittagssnack. Bei Kaffee und Keksen wurden erste Bekanntschaften gemacht, ehe die große Begrüßungsrunde anstand.

Begrüßung, Vorstellung und Einführung

Doch statt einer trockenen Vorstellung der eigenen Person folgte eine viel spannendere Aktion: In der Mitte des Raumes lagen viele verschiedene, mitunter sehr lustige Postkarten. Die Karte, die den momentanen Gefühlszustand, den Charakter oder die Erwartungen bezüglich der Seminarwoche am besten beschrieb, wurde ausgesucht und anschließend mitsamt des eigenen Namens und der Einsatzstelle vorgestellt.

Anschließend wurde die Menschenkenntnis der Jugendlichen auf die Probe gestellt. In Gruppen aus je drei Teilnehmenden versuchten die Freiwilligen, die anderen einzuschätzen und ihnen bestimmte Merkmale oder Vorlieben zuzuordnen. Das war manchmal gar nicht so leicht wie erwartet und sorgte während der Auflösung in der großen Runde, in der Spekulationen bestätigt oder widerlegt wurden, schon mal für Erheiterung.

Weiterhin sammelten die FSJler_innen ihre persönlichen Wünsche für den Ablauf des Seminars. Sie notierten Themen, an denen sie Interesse hätten, eigene Fähigkeiten, die allen zugutekommen kommen könnten, und Situationen oder Probleme, die am besten während dieser Woche nicht auftreten sollten. So bekamen sie schon früh das Gefühl, dass sie bei der Gestaltung der gemeinsamen Zeit ein Mitspracherecht hatten.

Dieses Privileg bedeutete aber auch, dass jede_r Pflichten hatte, die es zu erfüllen galt, um die Gruppe zu unterstützen. Die Aufgaben wurden ausgelost und die Klimaschützer_innen, Lufterfrischer_innen und Co. festgelegt. Ebenso wurden die Kochteams eingeteilt, die in der kommenden Woche für das leibliche Wohl der Seminargruppe zuständig waren, und alle tatsächlich mit durchaus kulinarischen Köstlichkeiten verwöhnten.

Krea-Abend

Dem ersten gemeinsamen Abendessen folgte dann der Krea-Abend.

Gebastelt und dekoriert wurden individuelle Wäscheklammern und Briefumschläge. Ersteres diente dem Ausdruck des eigenen Gemütszustandes während der Seminarwoche. Je nach Tagesform konnten die Wäscheklammern an der „Emo-Wand“ angebracht werden, wodurch negative Gefühle, Traurigkeit und Einsamkeit nicht unentdeckt und „unbehandelt“ bleiben sollten.

Gegen Missstimmungen jeder Art sollten auch die kleinen, netten Botschaften des Secret-Friends Wunder wirken. Dieser konnte während der fünf Tage nette Briefchen oder Aufmerksamkeiten in den Briefkasten werfen und seiner_m geheimen Freund_in damit ein Lächeln aufs Gesicht zaubern.

Mit der Bastelrunde und dem offenen Team, in dem an jedem Abend über den vergangenen Tag reflektiert und der Ablauf des nächsten besprochen wurde, endete der offizielle Teil.

Klick hier, wenn du anfängliche Spekulationen lesen willst.

Dienstag:

Wochenaufgabe

Nach Frühstück und Warm-Up war die Wochenaufgabe an der Reihe. Zum Jahrgangsmotto „Freiräume“ sollten die Freiwilligen in selbstgewählten Gruppen einen Beitrag erarbeiten, der ihre persönlichen Freiräume präsentiert, sich allgemein mit dieser Thematik beschäftigt und/oder gesellschaftliche Möglichkeiten und Grenzen jedes_jeder Einzelnen aufzeigt. Für die ausgefallenen und ganz unterschiedlichen Ideen und deren Umsetzung standen den Jugendlichen auch noch die folgenden zwei Tage zur Verfügung.

 

Kulturbegriff

Weiter ging es dann mit der Einheit „Kultur“. Dass dieser Begriff weit gefächert ist und für jede_n etwas Anderes bedeutet, wurde schnell klar. Zu den Statements, die vorgelesen wurden, gab es ganz verschiedene Meinungen, wodurch es zu einer interessanten Diskussion kam. Die Möglichkeit, die eigene Auffassung von Kultur kreativ auszudrücken, wurde dann mit dem Projekt der Simple-Shows geboten. Die kleinen Filmchen, welche die FSJler_innen vorbereiteten und mit einfachsten Mitteln bis einschließlich Donnerstag drehten, zeigten mögliche Definitionen und Dimensionen des Begriffs.

Ich und mein FSJ-Kultur

Nach dem Mittagessen und einer Pause standen dann die persönlichen Erfahrungen während des FSJ-Kultur im Mittelpunkt. Dieses Mal galt es, zu Aussagen über die ersten Wochen als Freiwillige_r Stellung zu nehmen. Dabei half der Raum, der wie eine Skala benutzt wurde und mit dessen Hilfe man die eigene Zustimmung oder Ablehnung abstufen konnte.

Im Folgenden ging es dann noch detaillierter vonstatten. Mit Hilfe von mitgebrachten Materialien konnten Plakate erstellt werden, die über den eigenen Freiwilligenalltag und die Einsatzstelle berichteten. So bekamen die Jugendlichen einen guten Überblick über die Arbeit der anderen und lauschten den interessanten Präsentationen, die tolle Gesprächsthemen für später boten.

Das Fest des Huhnes

Nach dem Abendessen trafen sich später alle zum Filmabend. „Das Fest des Huhnes“ wurde gezeigt, eine Mocumentary, welche die Liebe zur Dokumentationen, sowie deren mitunter absurde Durchführung und Umsetzung auf den Arm nahm.

Klick hier, wenn du den Tag des Huhns lesen willst.

 

Mittwoch:

Antidiskriminierung

Das Thema des Filmes vom Vorabend wurde am Mittwochmorgen bereits wieder aufgegriffen. In der Einheit „Antidiskriminierung“ wurden Begrifflichkeiten unter die Lupe genommen und auf ihr Risiko, beleidigend zu wirken, überprüft. In einer Diskussionsrunde wurden die Einschätzungen vorgetragen, sowie Vorschläge unterbreitet, welche anderen Begriffe eventuell geeigneter wären, um eine Abwertung von Mitmenschen zu vermeiden. Dabei konnten völlig neue Denkanstöße gegeben werden, die den Blick auf bestimmte Worte veränderten und das Gefühl für diskriminierende Beschreibungen schulten.

FSJ A-Z

Hier ging es etwas trockener zu. Wichtige Formulare mussten ausgefüllt werden, organisatorische Angelegenheiten wurden besprochen und Fragen geklärt.

FSJ Kultur Einführungsseminar SG Orange Niederndodeleben 2015/2016
FSJ Kultur Einführungsseminar SG Orange Niederndodeleben 2015/2016
FSJ Kultur Einführungsseminar SG Orange Niederndodeleben 2015/2016
FSJ Kultur Einführungsseminar SG Orange Niederndodeleben 2015/2016

Kommunikation

Nach der Mittagspause näherte sich die Gruppe dem Thema spielerisch mit einer Abwandlung des Klassikers „Stille Post“. Obwohl das Spiel sehr unterhaltsam und witzig war, wies es gleichzeitig auch auf Probleme und Schwierigkeiten im Austausch untereinander hin. So leiteten die Freiwilligen im Anschluss anhand des Spieles Schwerpunkte ab, die helfen sollen, der Entstehung von Missverständnissen vorzubeugen. Dazu dienten auch die selbst entwickelten, kurzen, szenischen Darstellungen, die unter anderem Herausforderungen und Fehler in der Kommunikation mit der Einsatzstelle aufgriffen. Mögliche Lösungen oder Tipps für das nächste Mal erarbeitete die Gruppe gemeinsam.

Open Space

Am Nachmittag konnte dann jede_r den eigenen Interessen nachgehen. Im Open Space boten die Jugendlichen kleine Diskussionsrunden zu bestimmten Themen an ebenso wie Workshops, an denen teilgenommen werden konnte. Weiterhin bestand die Möglichkeit, an der Wochenaufgabe oder den Simple Shows zu arbeiten.
Lagerfeuer

Das Highlight dieses Tages war aber wohl der Ausklang des Abends. Alle saßen gemütlich am lodernden Lagerfeuer, quatschen, rätselten und übten sich mehr oder minder erfolgreich im Stockbrotbacken.

 

Donnerstag:

Projektmanagement

Nach der Klärung, welche Charakteristika ein Projekt auszeichnen und welche Schritte zu einem Projekt zählen, sammelten die FSJler_innen mit der 6-3-5-Methode Ideen für mögliche EVPs und entwickelten diese gemeinsam weiter. Dabei wurde auf verschiedene Fragen hingewiesen, die man sich stellen sollte, und auch die Bedeutung des vorausschauenden Planens wurde betont. Mit einem fiktiven Zeitplan, der grob für das jeweilige Projekt zusammengestellt wurde, bekamen die Freiwilligen ein erstes Gefühl dafür, welche Punkte es zu beachten gilt, welche Dringlichkeit diese haben und in welchem Zeitraum sie geklärt sein sollten. Das Gespräch mit den Anderen half außerdem so Manchem_Mancher dabei, die eigenen Vorstellungen über das EVP zu konkretisieren oder überhaupt erstmal einen Einfall zu bekommen.

Speed-Dating-Malen
Kreativ blieb es auch im nächsten Tagesabschnitt. In einer Art Speed-Dating-Runde arbeiteten die Jugendlichen nacheinander an der Darstellung eines_einer anderen. Das sorgte am Ende für schöne, aber auch lustige und durchaus ein wenig abstrakte Porträts.

Mein Brief an mich

Ausschließlich um die eigene Person drehte es sich im Folgenden. In Briefen an sich selbst konnten die Freiwilligen ihre Eindrücke der ersten Wochen, ihre Hoffnungen und Sorgen niederschreiben, um sich diese nach der Beendigung des Freiwilligendienstes noch einmal vor Augen zu führen.

Seminarplanung

Das nächste Seminar war Thema der Nachmittagseinheit. Ideen und Vorschläge, welche Workshops oder Programmpunkte geboten werden könnten und auch was man selbst dazu beitragen möchte, wurden gesammelt. So konnte der Inhalt des Seminars bereits grob umrissen werden. Weiterhin wurde ein Organisationsteam zusammengestellt, das sich um die detailliertere Planung kümmern würde.

Auch die Sprechenden der Seminargruppe Orange wurden im Anschluss gewählt.

Der Rest des vorletzten Tages widmete sich dann der Beendigung der Wochenaufgaben und Simple Shows, sowie der Vorbereitung des Abschlussabends. An diesem wurden die kreativen und beeindruckenden Beiträge der Gruppen präsentiert, wirklich schön gestaltete Programmpunkte vorgetragen, sowie gemeinsam gegessen, getanzt und gefeiert.

FSJ Kultur Einführungsseminar SG Orange Niederndodeleben 2015/2016
FSJ Kultur Einführungsseminar SG Orange Niederndodeleben 2015/2016
FSJ Kultur Einführungsseminar SG Orange Niederndodeleben 2015/2016
FSJ Kultur Einführungsseminar SG Orange Niederndodeleben 2015/2016

 

Freitag:

Aufräumen

Viel schneller als gedacht und erhofft brach dann auch schon der letzte Tag an. Bereits früh am Morgen mussten die Zimmer geräumt und das Gelände wieder in Ordnung gebracht werden.

Als das erledigt war, wurden die Wünsche und Erwartungen bezüglich der Workshops des nächsten Seminars kurz konkretisiert.

Reflexion und Abschied

Auch die nun schon fast vergangene Woche war noch einmal Thema. Mithilfe von Mind-Maps konnten die Freiwilligen ihre Gedanken zur Gestaltung des Seminars, der Gruppe und dem Haus festhalten und damit ein Feedback geben, welches am Ende bewies, dass die letzten fünf Tage ein voller Erfolg gewesen waren. Auch das gemeinsame Singen des Liedes „Die Gedanken sind frei“ stärkte noch einmal den beeindruckenden Gruppenzusammenhalt, der auch oft als „Wunder der Woche“ genannt wurde. Mit einer funkelnden Wunderkerze ließ jede_r die vergangenen Tage dabei ein weiteres Mal Revue passieren, ehe der Zeitpunkt der Abreise und der Trennung endgültig gekommen war.

Winkend und mit einer ganzen Menge einzigartiger Augenblicke und Erfahrungen im Gepäck trat dann jede_r die Heimreise an.

 

FSJ Kultur Einführungsseminar SG Orange Niederndodeleben 2015/2016