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Die Bücher warnen…

Ich höre Tritte von Leuten, die sich immer irgendwohin beeilen. Sie versuchen den Rhythmus des Lebens zu halten. Sie beeilen sich, um jede Minute und jeden Tag des Lebens vollständig machen zu können. Schließelich kann man dann später auch ruhig schlafen wohl wissend, dass der Tag nicht verloren gegangen ist.
Ich kann die Tritte von jungen und älteren Menschen deutlich unterscheiden Die ersten sind energisch (Bei uns sagt man „Das Leben kocht in den Adern“), die älteren sind langsam, richtige Schritte…
Ich denke dabei: „Wir sind alle vergänglich, nicht wahr… Wir werden mit der Zeit alt und durch eine andere junge Generation ersetzt werden.“
Das vergeht auch, wie alles…-
Dieser Tag wird in die Vergangenheit laufen, der die Menschen um eine Idee vereint hat – die große Liebe zur Literatur.
Die Besucher kommen näher zu den Büchern, versuchen die schon gelesenen Bücher zu finden, entdecken plötzlich schon bekannte und klassische Werke. Pausen vor den Büchern …
Sie machen sich dazwischen Gedanken …
Zurzeit fällt es uns schwer, uns vorzustellen und zu verstehen, wie die Menschen vor vielen Jahren gedacht, gekämpft, zu Ideen gekommen sind. Das und jenes den Lesern zu vermitteln.
Die Bücher warnen vieles…
Die Schriftsteller vertrauen sich vielleicht nicht, die Gedanken laut auszudrücken, sondern aufs Papier aufzutragen und den bestimmten Lesern verständlich zu machen.
Jeder Leser hat doch seine eigene Wahrnehmung.
Es ist manchmal Schade, dass wir die Gedanken von den anderen nicht hören können…
„Wir denken zu viel und fühlen zu wenig“ – sind die Worte von Charlie Chaplin.
Ein Besucher hat uns angesprochen und seine Meinung zu der Ausstellung gesagt.
„Ich kann bei einigen Büchern nicht verstehen, dass diese verboten waren oder auch verboten sein können (z.B. Schiller). Das Verbot ist nicht vorstellbar für mich. Bei Anne Frank „Das Tagebuch“, verstehe ich es. Warum die, der Gebrüder Grimm z. B verstehe ich aus heutiger Sicht nicht“.
Dann… ich bleibe an dem Punkt, wo viel Bewegung ist, mehrsprachige Gespräche geführt werden.
Ich sitze neben den Büchern, die Sounds sind laut und klar, wenn sie flüstern oder sich entfernen, werden die Geräusche für mich leiser bis sie verstummen…

von Ani Yenokyan – Geräusche auf der documenta 14

Entstanden im Audio- meets Schreibworkshop beim .lkj) Sachsen-Anhalt e.V. documenta 14 Seminar vom 14.-18. Juni 2017.

 

Die schreibende Gruppe streifte mit Block und Stift durch die Stadt, schrieb sich warm mit Schneeballgedichten, ließ sich inspirieren von Black Out Poetry und brachte abstrakte Wortreihen in Einklang und schloss mit einem Text, der das Gesehene und Gehörte verarbeitete. Der Audioworkshop setzte das Geschriebene dann audiovisuell um.