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Seminarbericht der Seminargruppe 3 von Luise Jacobs, Hannah Kirzeder und Robert Vetter

Was wäre unser Leben ohne Alltagshelden und -heldinnen?

FSJ Kultur Zwischenseminar Havelberg 2013/2014

We need a Hero

Langweilig, einsam und deprimierend. Doch die fünf Tage des ersten Zwischenseminars der Seminargruppe drei waren es ganz gewiss nicht. Anfang Februar 2014 reisten in die sonst ruhige Hansestadt Havelberg 27 Alltagshelden und -heldinnen aus ganz Sachsen- Anhalt für eine Seminarwoche an und brachten ein Musical auf die »Bühne«.

Pünktlich mit einer Stunde Verspätung waren alle Teilnehmer_innen (außer Pablo, der leider krank war) eingetroffen und schon konnte es losgehen.

Zunächst stand der Erfahrungsaustausch über die letzten Monate im Mittelpunkt. Hauptgesprächsthema war natürlich das umfangreiche EVP. Dabei gaben wir uns gegenseitig Tipps und Anregungen und halfen uns untereinander weiter. Interessant war hierbei zu sehen, wie sich die Ideen der einzelnen Freiwilligen weiterentwickelt hatten im Vergleich zum Einführungsseminar.

Viel mehr Inhaltliches gab es am ersten Tag nicht. Deswegen gingen wir alle frühzeitig schlafen, um am nächsten Morgen wie immer frisch und munter, gut gelaunt und ausgeschlafen aus dem Bett zu springen.

Am nächsten Morgen gab es um 8:00 Uhr Frühstück, was wir gar nicht erwarten konnten. Deswegen waren die meisten schon um 8:00 Uhr da. Vielleicht waren auch meistens nur sieben Leute da … Jedenfalls ging es danach weiter im Stoff. Wir beschäftigten uns wahlweise mit dem Thema »FSJ – was danach?« oder »Macht durch Sprache und Antidiskriminierungsarbeit«. Im zweiten Teil der Woche wurde sich kreativ in drei verschiedenen Workshops ausgetobt: Theater, Kostümdesign oder Musik.

Um zu definieren, was eine_n Held_in ausmacht und wie sie heute sein könnten, wurde von uns ein Musical inszeniert. Dafür standen uns drei Expert_innen zur Seite:

Unter Anleitung der Theaterpädagogin Alexandra Will kamen die jungen Freiwilligen richtig aus sich heraus und so wurde so manch ungeahntes schauspielerisches Talent entdeckt. Im Kostümworkshop der freiberuflichen Modedesignerin Gritt Michel wurden mit Nadel, Faden und Sprühkleber Kostüme entworfen. Dabei zeigte sich, wie geschickt und phantasievoll Jugendliche sein können. Den musikalischen Beitrag leistete das »Orchester« mit Gitarren, Cello, Saxophon und Chor. Stephan Zion, einstudierter Musikwissenschaftler und Musiker aus Berlin, komponierte dafür gemeinsam mit den Workshopteilnehmenden die Musik und ließ die FSJler_innen selbst Texte schreiben.

Schon bald pfiff und summte man die Melodien vor sich her. Unsere Woche bestand jedoch nicht nur aus Workshoparbeit.

Jeder Morgen wurde durch ein lustiges, bewegungsreiches Warm-up eingeleitet. Das brachte den nötigen Schwung in den Tag. In kleinen Kochgruppen wurde täglich mit geduldiger Kleinarbeit Gemüse sowie Tofu geschnippelt, sowohl herzhaftes als auch süßes Brot gebacken und kreative Aufstriche für das Frühstück hergestellt. Das sorgte jedes Mal für eine Menge Spaß und Chaos in der Küche. Und meistens kam sogar etwas Essbares heraus…

Es wurde viel gelacht und an einigen Abenden wurde noch bis spät in die Nacht kunterbunt Kleidung eingefärbt, lauthals Karaoke gesungen oder wild zu Swing-Electro getanzt. Ebenso gab es einen lustigen Spieleabend am ersten und am zweiten Abend eine abendliche Domführung im Kerzenschein mit mittelalterlichem Abendschmaus im nebenstehenden Prignitz-Museum. Anschließend gab es die Möglichkeit, altertümliche Kostüme anzuziehen, auf Schatzsuche zu gehen und das Museum zu erkunden.

FSJ Kultur Zwischenseminar Havelberg 2013/2014

Impressionen vom Zwischenseminar der SG 3

Am letzten Seminartag fand eine kleine Auswertung zur Woche statt, wobei die Meinung eines jeder_n Einzelnen im Vordergrund stand. So wurde auch gefragt, ob man ein FSJ Kultur weiterempfehlen würde.

Auf diese Frage konnten alle Freiwilligen, ohne groß nachzudenken, schnell antworten: »Klar! Man schnuppert in die Arbeitswelt und wird ein Teil davon. Man lernt viele tolle gleichaltrige Menschen kennen, die die anfängliche Unwissenheit und die späteren Erfahrungen teilen«. »Es entstehen neue Freundschaften, der Horizont wird erweitert und das Jahr hilft einem beim Erwachsen-werden. Aus diesen Gründen würde ich es jedem empfehlen«, so ergänzte eine Freiwillige.

Mit schweren Taschen, Proviant und einem lachenden als auch weinenden Auge machten sich die Held_innen wieder auf den Heimweg. »Wir sehen uns im Mai wieder, wenn es nach Kulturstadtfahrt Lille geht«, so die letzten Worte der Freiwilligen. Dann stiegen sie ins Auto oder machten sich zu Fuß auf zum Bus. Nächster Halt: Einsatzstelle.

Die held_innenhafte Seminarwoche in bewegten Bildern: