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FSJ Kultur Zwischenseminar SG3 Niederndodeleben 2012/2013

Zwischenseminar der SG 3 im Mauritiushaus Niederndodeleben vom 17. bis 22.02.2013

Ein Seminarbericht von Marie-Therese Hermann und Anna-Sophie Roloff

SONNTAG

Auf der Einladung stand „Anreise bis spätestens 13.30 Uhr, Start 14.00 Uhr“. Die Freiwilligen allerdings trudelten nach und nach alle bis 14.30 Uhr in Niederndodeleben ein. Viele reisten mit gemischten Gefühlen an – der eine war erst 8.00 Uhr morgens im Bett, der andere kam in voller Hektik hierher. Doch die Freude auf das Wiedersehen war bei allen trotzdem sehr hoch. Nachdem jeder einen Platz zum Schlafen gefunden hat, fanden wir uns zum gemeinsamen Kaffeeklatsch zusammen. Im Speisesaal ging es recht laut zu, schließlich hatten wir uns ein halbes Jahr lang nicht gesehen und uns eine Menge zu erzählen. Alle waren gespannt darauf, was uns im Mauritiushaus mit den Themen Nachhaltigkeit und Zukunft erwarten würde.

Nach dem Käffchen ging es dann im Seminarraum weiter. Da wir in unserer großen Runde von 30 Personen auch drei neue Gesichter hatten, kamen wir um eine Vorstellungsrunde nicht herum. Nach dem kurzen Austausch folgte dann die unvermeidliche Orga-Runde. Die Kochteams wurden eingeteilt, der Seminarplan wurde vorgestellt und das Haus wurde erklärt. Dann ging es los mit der ersten Einheit. In der Zukunftswerkstatt hatten wir die Möglichkeit, unser Leben zu träumen und an unseren Wünschen herum zubasteln.

Nach dem Arbeiten in der Werkstatt sind wir alle sehr hungrig geworden und konnten kaum das Abendbrot erwarten. Die Kochgruppe zauberte uns ein wunderbares Abendbrot mit einigen indischen Einflüssen. Aber auch für den nächsten Tag brauchten wir etwas zu essen, und so fanden sich viele freiwillige Helfer_innen in der Küche zusammen, um Brot zu backen und Aufstrich herzustellen.

Wie es sich in der ersten Seminarwoche bereits als Tradition verfestigt hat, haben wir auch diesen Abend in einer großen Runde und mit ein paar Werwölfen in unserer Mitte ausklingen lassen.

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MONTAG

Am absoluten Liebling der Woche, Montag, ging es direkt ziemlich heiß her. So musste uns unser »Neuling« Sophia verlassen, da sie krank war. Nichtsdestotrotz trafen wir uns 09:30 Uhr zu einem kleinen Warm Up, um uns danach in der Gruppe unsere EVP’s vorzustellen. Einige von uns sind bereits fertig – andere haben noch immer keine Idee. Umso besser, dass wir da noch einmal Zeit hatten, in kleinen Gruppen Ideen zu sammeln und uns gegenseitig etwas auf die Sprünge zu helfen. Und wo wir gerade bei der Planung unserer EVP’s waren, wurde uns von Kirsten der richtige Umgang mit Öffentlichkeitsarbeit und Pressemitteilungen erklärt, bis jeder selbst einmal letztere schreiben durfte.

Nach dem Mittagessen besuchte uns dann Georg. Mit ihm zusammen und unserem Planungsteam begannen wir eine Gruppenarbeit zum Thema Nachhaltigkeit. Dort wurden unter anderem Themen wie Nahrungsgrundlagen, Saisonware oder Wasser ausgearbeitet und anschließend im Plenum vorgestellt. Das dort, bei zirka 30 künstlerisch-verrückten FSJler_innen, auch lustige Sachen herauskamen, hat uns die etwas andere Kochshow zum Thema Saisonware oder auch die Fürstin von Anhalt mit ihrem kleinen »Mützenhund« gezeigt.

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Unsere Seminargruppe (Josi am Auslöser)

Nach getaner Arbeit und ziemlich leerem Magen hieß es im Anschluss aufs Abendbrot warten. Und WARTEN wurde in diesem Fall sehr groß geschrieben. Satte zwei Stunden saßen wir mit hungrigem Gemüt vor leeren Tellern. Doch es hat sich gelohnt! Es gab nicht nur super leckere Lasagne, sondern auch eine fast noch leckerere Schokocreme zum Nachtisch von Julien.

Danach ging es, wenn auch verspätet, aber dafür mit vollem Magen, zum Filmeabend. »Never let me go« hieß der Film über eine Zukunftsvision, in der Klone trotz eines menschenähnlichen Lebens dazu bestimmt sind, ihre Originale mit lebenswichtigen Organen zu versorgen. Leider gab es kein Happy End – am Ende sind alle gestorben.

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DIENSTAG

Der Dienstag startete mit einer Reflexion und Auswertung des Films vom gestrigen Tag. Während wir noch im Plenum saßen und diskutierten, bekamen wir Besuch von Corinna und Florian. Die beiden gaben dann den Startschuss für die bevorstehenden Workshops. Zur Auswahl standen drei Gruppen: Film, geleitet von Max und Hagen, Fotografie mit Kirsten und »Gemeinsam.Wandel.Performen.« mit Corinna und Florian. In den Workshops verbrachten wir den restlichen Tag und konnten uns kreativ mit dem Thema Zukunftsvisionen auseinandersetzen.

Nach dem Abendbrot, bei dem es leckere vegetarische Pizza gab,  folgte dann noch eine kleine Einheit zum Thema Werbung von Yannik.

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Wandel.Gemeinsam.Performen.

MITTWOCH

Der 2. Workshoptag brach an und wieder hieß es: Filmen, Fotografieren, Tanzen und Singen.  Bis 17.00 Uhr sollte eine Präsentation der Workshopergebnisse vorbereitet werden. Bis auf das Filmteam schafften dies alle. Der Workshop »Gemeinsam.Wandel.Performen« von Corinna und Florian begeisterte uns mit einer Performance, die aus rhythmischem Tanz, Gesang und kleineren Theatereinlagen bestand. Auch die Fotogruppe um Kirsten schaffte es uns das ein oder andere »Wow« und jede Menge Applaus zu entlocken. Auf die Präsentation des Filmes mussten wir noch geduldig und gespannt bis zum Abschlussabend warten.

Doch erstmal wartete auf uns das Abendbrot: Gemüseeintopf mit Ofenkartoffeln plus einer weiteren leckeren Nachtischkreation von Julien.

Abends hieß es dann: Second-Hand-Wichteln. Besonders beliebt war dabei ein Mörser – Original verpackt und im Top-Zustand. Andere Dinge, wie eine Bifi oder ein Bilderrahmen mit Waldtiermotiv fanden weniger Zuneigung.

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Fokus Zukunft

 

DONNERSTAG

Am nächsten Tag stand der große Ausflug auf einen Recyclinghof vor der Tür. Aber bevor es hinaus in die Kälte ging, gab uns Silke noch ein paar Tricks und Energiespartipps mit auf den Weg. Dinge die wir bei der eineinhalbstündigen Führung über den Müllberg lernten: »Müllberge sind die Bergwerke der Zukunft.« und »Recycling ist eine Gelddruckmaschine.« Wir entdeckten alte, sehr gut erhaltene Schreibmaschinen, urige Bilderrahmen, funktionstüchtige Lattenroste und eine gut erhaltene Emaille-Schüssel. Sowas werfen Menschen weg. Leider durften wir nichts mitnehmen. Auf dem Recyclinghof fehlte leider bei Vielen aufgrund von gefühlten sibirischen Temperaturen zum Ende hin die Konzentration. Dies war auch der Grund, warum die ursprünglich geplante Stadtführung durch Magdeburg anschließend ins Wasser fiel. Alle waren heilfroh, als sie wieder in das warme Mauritiushaus zurückkehren konnten.

Dort wurde der Seminarraum wenig später zur Bastel- und Upcycelwerkstatt umgebaut. Es wurden Kostüme für den Abschlussabend, Schmuck aus alten Computertastaturen uvm. hergestellt – die Kreativität kannte keine Grenzen!

https://vimeo.com/60458296

Nach dem leckeren Abendessen wurde dann der letzte Abend eingeläutet. Passend zum Seminarthema musste zum Abschlussabend jede Person in einem Zukunftsoutfit erscheinen. Auch hier war Kreativität gefragt. Während der eine im Outfit vom nächsten Tag erschien, kamen die anderen komplett schwarz gekleidet. Nach einer kurzen Modenshow und Präsentation der Kostüme wurden die Oscars, der goldene Kochlöffel und die goldene Himbeere verliehen. Die Filmgruppe zeigte anschließend ihr Werk (natürlich gab es hier ganz viel Applaus) und kamen mit der Idee, man könnte ja mal ein Harlem Shake Video drehen. Nachdem dies anfänglich noch auf Zweifel stieß, hatten alle bei der Umsetzung  jedoch eine Menge Spaß. Den Abend ließen wir dann noch mit Scharade in einer gemütlichen Runde ausklingen.

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FREITAG

Freitag – Abreisetag. Noch etwas angeschlagen vom Abschlussabend machten sich einige etwas schleppend an die Arbeit und verpassten für ein paar Minuten mehr Schlaf auch gerne das Frühstück. Doch in der Teamarbeit ging alles ziemlich schnell: Gegen 11:00 Uhr standen dann alle Koffer bereit, die Zimmer waren geputzt und die fleißigen Freiwilligen saßen aufbruchsbereit unten im Seminarraum.  Nach der Feedback-Runde traten wir dann alle den Rücktritt an.

Einige mit einem lachenden, andere mit einem weinenden Auge. Doch alle freuten wir uns auf das heimische Bett und noch mehr auf das Abschlussseminar – leider ohne Luise, Silke, Marcos und Hagen.

 

Und hier unser Harlem Shake: