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Es waren einmal 30 Helden_innen, die loszogen, in ein Dorf, genannt Niederndodeleben. Dort sollten sie große Aufgaben und Gefahren erwarten, denn das Dorf litt unter einer Werwolfplage. Doch zunächst galt es sich vertraut zu machen und Quartier zu beziehen.

Natürlich mussten sich unsere Helden_innen erst einmal stärken und so wurden sie von den beiden Herrscherinnen von Niederndodeleben, Stefanie und Yommana, mit einemreichlichen Kaffeebankett empfangen.

 

Nach diesem Kaffeetrinken, welches individueller Weise aus Suppentassen geschah, trafen sich alle in einer großen Runde im Saal der Kultur.Was sie dort erfahren sollten, traf einige der Gefährt_innen hart. Das Gerücht um den vegetarischen Speiseplan stimmte. Dazu war der Koch auswärtig (vielleicht von Werwölfen verschleppt?) und so musste das Essen selbst zubereitet werden. Sie beschlossen deshalb vier Kochgruppen von jeweils sieben tapferen Retter_innen zu bilden. Als dies geschafft war, tauschten sich die mutigen Ritter_innen über ihre derzeitige Gefühlslage aus, denn ein_e echte_r Ritter_in muss natürlich auch über so etwas sprechen können. Dies geschah mithilfe von Postkarten, um das Gesagte noch einmal bildlich zu untermalen. Einige äußerten so durch die Blume erneut ihren Unmut über den Fleischentzug, der in dieser Woche auf sie zukommen sollte. Der ein oder die andere beschrieb eine ganze Odyssee, die ihre Anreise dargestellte. Wieder andere waren einfach zuversichtlich und auf das gespannt, was da noch kommen sollte. Nun stand nur noch ein Punkt auf der Liste: Es mussten noch gemeinsame Regeln für den Ehrenkodex gefunden werden. Nachdem man sich endlich auf die 15-Min-Duschregel und andere existenzielle Prinzipien geeinigt hatte, war die erste Sitzung des geheimen Rates beendet.

FSJ Kultur EInführungsseminar Niederndodeleben 2013/2014

Nun stürzte sich die erste Kochgruppe in das Abenteuerland Küche, um eine möglichst deliziöse Kürbissuppe zuzubereiten.

Die übrig gebliebenen überbrückten die Wartezeit bis zum Essen damit, sich besser kennen zu lernen. Mit hungrigen Mägen stürmten später alle in den Speisesaal und wurden zu ihrer Überraschung mit einer sehr leckeren Kürbissuppe beglückt. Danach war Zeit, sich noch am Lagerfeuer zu treffen, sich auszutauschen und NP sei Dank auch etwas von innen Wärmendes trinken.

Innerhalb dieser gemütlichen Runde lernten sich die Gefährt_innen besser kennen. Das Feuer war wie die Kugel der Seherin, durch welche Seiten am Gegenüber entdeckt werden konnten, die so nicht vermutet wurden und wohl ewig in der Dunkelheit geblieben wären.

So ging der erste Tag zu Ende und als das Dorf am nächsten Tag erwachte, waren alle noch wohl auf, es war keine_r gestorben. Glücklich darüber, machten sich die Helden_innen ans Frühstück und danach an ihre erste große Aufgabe, den MORGENKICK. Dazu wurden die Künste der Hexe in Anspruch genommen und sich in Sänger_innen, Bienen, Ponys und Popkorn verwandelt. Das war sehr anstrengend für unsere Helden_innen, aber nichts ist unmöglich, solange du wild bist und das sind unsere Helden_innen auf jeden Fall!

FSJ Kultur EInführungsseminar Niederndodeleben 2013/2014

Munter konnte so in den Tag gestartet werden. Und schon wartete die nächste Herausforderung auf sie. Denn mit dem Morgen erwachte die Klutur…. äh KULTUR! Aber wer genau war sie? Alle hatten schon einmal von ihr gehört, aber war sie gut, böse, groß, klein, wichtig oder nichtig? Woraus bestand sie? Wie konnte man sie besiegen, oder sollte man ihr besser helfen? So viele Fragen galt es zu klären. Deshalb befanden es die Ritter_innen für besser, sich aufzuteilen und so nach Antworten zu suchen. Sie rüsteten sich mit Klebstoff, Kamera, Zeitschriften, Glitter und Knete und zogen mit ihren Waffen gegen die offenen Fragen in den Krieg. Eine Schlacht zu schlagen braucht Zeit und die Kultur war eine härtere Nuss, als vermutet. Deshalb konnte nur eine Gruppe erfolgreich aus ihrer Fragenschlacht zurückkehren. Sie hatten wahren Mut bewiesen und die Frage um die sagenumwobene Kultur mit Knete überrollt.

Am Abend traf Amor ein und veranstaltete eine Speed-Dating Aktion. Das war zwar in Sachen Liebe nicht so erfolgreich (sehr zum Unglück Amors) trug aber zur Unterhaltung unserer Held_innen erheblich bei, wenn von Abenteuern aus der Kindheit erzählt, Grimassen in die Kamera geschnitten oder ein Porträt des Gegenübers gemalt wurde, ohne auf das Blatt zu sehen. Irgendwann brach Amor die ganze Sache ab und zog geknickt von dannen.

Nun konnten sich die Ritter_innen wieder auf ernstere Sachen konzentrieren, denn es war höchste Zeit eine Diskussion über den Kulturabbau in ihrem Land zu starten.

Nach einer heftigen Debatte freuten sich die Erschöpften auf eine entspannende Traumreise und die, die entweder noch nicht erschöpft waren oder einfach nicht den Gestank ihrer blanken Socken den anderen zumuten wollten, machten sich auf die nächtliche Jagd der Werwölfe.

In dieser Nacht starben einige unserer Held_innen, wurden wieder geheilt, verliebten sich, wurden zu Verräter_innen. Man konnte keinem_r mehr trauen, es hatten sich die Bürger_innen Niederndodelebens, das blinzelnde Mädchen, der Jäger, Beschützer, die Seherin, die Hexe, sowie der verbitterte Amor (weil seine Liebespaare immer nur eine Nacht turtelten) versammelt und auch die Werwölfe hatten sich mit Anbruch der Nacht unter sie gemischt. In dem Glauben alle Werwölfe besiegt zu haben, legten sich unsere Held_innen zur Ruhe. Jedoch – das Misstrauen blieb bestehen, wann würde der nächste Werwolf um die Ecke kommen?

Der nächste Morgen brachte das Thema Kommunikation und Konflikte mit sich. Am prägnantesten für diese Diskussion war wohl der Konflikt um die Rolle von Mann und Frau in der Gesellschaft, sollte es Uni-Sex-Toiletten in ihrem Land geben? Gibt es überhaupt einen Unterschied zwischen Mann und Frau? Es wurde mit Worten gekämpft, Argumente flogen einem regelrecht um die Ohren, aber glücklicherweise kam dabei keine_r zu schaden.

Um die Gemüter abzukühlen, gab es Raum, künstlerisch tätig zu werden. Das beruhigt den Geist. Jede_r gestaltete ein Plakat zu seiner_ihrer Einsatzstelle und berichtete über Erfahrungen.

Nach dem Mittag beschäftigten sich die Helden_innen von Niederndodeleben mit Land Art. Jede_r Ritter_in muss natürlich auch künstlerisch „was drauf haben“. An diesem Nachmittag entstanden viele Werke, die mit Sicherheit in die Geschichte eingehen werden, … zu mindest in die, von Niederndodeleben.

Von Kultur kann man nicht genug bekommen, das lernten unsere Helden_innen in dieser Woche, deshalb entstand noch am selben Abend eine Siebdruckwerkstatt, Filme konnten geschaut werden und eine Kleidertauschparty wurde gefeiert, Geduld an Mosaiksteinen geübt. Am Lagerfeuer ließen unsere Held_innen dann (wie so oft) den Abend ausklingen. Projektmanagement – auch ein wichtiges Thema, das nicht fehlen durfte, denn schließlich haben unsere Held_innen den Auftrag, ein eigenes Projekt zu starten und umzusetzen. Tagesordnungspunkt war in Folge dessen: Wie gehen Held_innen Projekte an?

FSJ Kultur EInführungsseminar Niederndodeleben 2013/2014

FSJ Kultur EInführungsseminar Niederndodeleben 2013/2014

 

Es durften Fragen über die Mission FSJ Kultur gestellt werden. Zwischendurch gab’s auch mal wieder Mittag. Parallel zu den Vorbereitungen für dieses und weit hinein in den Nachmittag zog sich der Tatendrang für den Höhepunkt dieser Woche – den Abschlussabend.

Die Woche sollte doch noch von Amors Erfolg gerahmt werden: Er hatte es geschafft, etwas Liebe unter die rauen Ritter_innen zu streuen. Und so wurden überall Geschenke und Aufmerksamkeiten von so genannten „secret friends“ entdeckt.

Alle versammelten sich schließlich, um die erfolgreiche Woche gebührend abzuschließen. Die Frage um die Gestalt Kultur war nun endgültig geklärt und die produzierten Filme waren oskarverdächtig. Eine Oskar-Verleihung gab es an diesem Abend tatsächlich noch, jeder von unseren Held_innen bekam einen Ehrenoskar verliehen, für den Mut, den sie in dieser Woche bewiesen hatten.

Zuvor erheiterte allerdings eine glorreiche Theateraufführung, eine Präsentation über unsere nun doch Freundin Kultur, einen poetry slam und eine Gesangseinlage mit einem selbst gedichteten Lied über die Woche in Niederndodeleben. Es war ein großes Spektakel und durchaus bühnenreif. Der Rest des Abends sollte frei gestaltbar sein. Für unsere Helden_innen keine große Hürde, denn sie waren schon eine echte Gemeinschaft geworden, sie bildeten nun die dreißig Unerschrockenen von Niederndodeleben und so fanden sie schnell eine Beschäftigung für den letzten Abend. Wieder ging es auf die Jagd, Werwölfe wurden endgültig erledigt und harmlosere Dinge wurden möglich. Beruhigt konnte Psychiater gespielt oder Elefanten gewaschen werden. Sogar einen unserer Kämpfer durften wir im Fernsehen live miterleben und feiern.

So wurde durch die letzte Nacht gefeiert und am nächsten Morgen war die Mehrheit unserer Helden_innen noch etwas müde. Wahrscheinlich nicht nur vom Schlafverlust der letzten Nacht, sondern wohl eher durch die Summe des Schlafentzugs der gesamten Woche, aber alle waren glücklich und zufrieden, ihre Aufträge erfüllt zu haben und die Werwölfe besiegt zu wissen.

Um diesen Moment der Glückseligkeit festzuhalten, durfte ein Gruppenfoto nicht fehlen, und zwar, wie sollte es auch anders sein, in Form eines lachenden Smileys.

Die Helden_innen trafen sich noch ein letztes Mal im Saal der Kultur, um die Woche auszuwerten und der besten Kochgruppe die letzte Ehre zu erweisen und ihr den goldenen Kochlöffel zu verleihen.

Danach war es so weit, Abschied zu nehmen. Mit doch ein bisschen Wehmut mussten sich unsere Helden_innen wieder zurück in ihr Reich machen.
So trennten sich ihre Wege, aber wenn man genau hinhört, klingt es immer noch in allen Ecken des Landes wieder, das Lied der unerschrockenen 30 von Niederndodeleben…
… „La la la la la“
– HAPPY END–

FSJ Kultur EInführungsseminar Niederndodeleben 2013/2014