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Vom 10.-14.10.2016 fand das Einführungsseminar der Seminargruppe Grün in der Villa Jühling in Halle (Saale) statt. Eine Woche lang trafen sich 25 Freiwillige aus den Formaten FSJ (Ganztags-)Schule, FSJ Kultur (an Schule) und BFD für geflüchtete Menschen. Hier könnt ihr den Seminarbericht lesen und erfahren, wie Sarah die fünft Tage im Herbst erlebte:

 

SG Grün Einführungsseminar 01 - Der Gordische Knoten

SG Grün Einführungsseminar 01 – Der Gordische Knoten

Da in der Einladung der .lkj) Sachsen-Anhalt e.V. ausdrücklich darum gebeten wurde, Fahrgruppen zu bilden, fuhren wir als kleine Gruppe von sieben Leuten zusammen mit dem Zug nach Halle. Montag Morgen stieß ich nun in der Bahnhofsvorhalle auf Anna, Loris, Rebecca und Pauline. Während der Fahrt stießen dann noch Hannah und Jan dazu.
In Nietleben stießen wir auf Nils und im Bus saßen dann auch Madina und Alex.
Die Villa Jühling war schnell gefunden und vor dem Eingang  trafen wir noch Erik und Johannes.
Also waren wir schon eine Gruppe von 12 Leuten.
Da die Namensliste nicht unendlich lang war wusste ich, dass ich etwa der Hälfte der Seminarteilnehmer*innen begegnet war.
Um die anderen auch noch kennenzulernen begann unser Seminar damit, dass wir uns alle erst einmal gegenseitig vorstellten. Loris konnte alle Namen am schnellsten, aber auch alle anderen hatten sich viele Namen merken können.
Das waren nun also die Menschen mit denen ich jetzt ein Jahr in Kontakt stehen würde.

 

Danach schrieb jede*r auf was sie*er sich von dem Seminar erhoffte und wovor sie*er sich auch ein wenig fürchtete, beziehungsweise Angst hat. Ich beispielsweise hoffte auf ein paar neue Freundschaften beziehungsweise nette neue Bekanntschaften.
Die Zeiten für das Essen und die Pausen waren schnell geklärt, auch wenn sie letztendlich jeden Tag individuell angepasst wurden.
Wir bekamen außerdem alle einen „secret friend“ als besondere Aufgabe, einem*r „geheimen Freund*in“ im Laufe der Woche kleine Aufmerksamkeiten zu machen und zusätzlich verschiedene Aufgaben, die sogenannten Job-Karten. Meine war es zum Beispiel die Ereignisse des Tages zu dokumentieren und den Seminarbericht zu schreiben. Andere waren Schutzengel, Seminarraumperle, Ameisenkönig, Hase mit der Uhr und noch vieles mehr.
Beim abendlichen Basteln konnten wir alle einen Ordner nach unseren Vorstellungen gestalten, wobei auffiel, dass bei vielen, mich eingeschlossen, das bunte Klebeband sehr beliebt war. Auch sahen wir am Abend das erste mal Judiths Tochter, die uns die Woche über ebenfalls begleitete.
Da  ich, wie einige andere, noch keine Lust hatte, den Abend schon zu beenden, spielten wir noch gemeinsam Werwolf, was dann auch fast jeden Abend zur Routine wurde, wobei Heike oftmals als erste das Dorf verlassen musste und ansonsten auch alle Klischees bedient wurden.

 

SG Grün Einführungsseminar 02 - Vernetzte Welt

SG Grün Einführungsseminar 02 – Vernetzte Welt

In den einzelnen Seminarblöcken im Laufe der Woche setzten wir uns mit unserer Einsatzstelle, unseren Zielen und Motivationen, aber vor allem auch viel mit uns selbst auseinander.
Eigene Stärken, Eigenschaften und Interessen, aber auch Fähigkeiten, die man erlernen wollte standen hierbei im Vordergrund.
Ich denke, nicht nur ich werde dabei gemerkt haben, wie schwer es ist, sich selbst einzuschätzen und nicht nur das anzunehmen, was andere über einen sagen. Gerade deshalb fand ich diese Auseinandersetzungen sehr wichtig und hilfreich.
Aber auch die Ausarbeitungen beziehungsweise Auseinandersetzungen in kleinen Gruppen über Themen wie Kommunikationsebenen, Refraiming oder darüber, wie ein*e perfekte*r Freiwillige*r zu sein hat, waren sehr hilfreich. Da wir uns ständig in neuen Gruppen zusammenfanden, lernte man die Ansichten und Ideen aller Teilnehmer*innen einmal kennen und schätzen.
Von den Ideen für das eigene Projekt war ich besonders überrascht: So sind zum Beispiel schon eine Patenschaft mit einer russischen Schule, Elternabende für Eltern von geflüchteten Kindern und ein Projekttag zum Thema „Aktives und gesundes Leben“ geplant.
Fester Bestandteil des Seminars waren auch verschiedene Warm-Ups und Gruppenspiele an denen alle sehr lebhaft teilnahmen und bei denen wir auch ein-, zweimal einen kleinen Joker hatten. Diese Spiele wurden im Nachhinein reflektiert und man bekam noch einmal die Chance darüber nachzudenken warum und wie man gehandelt hatte. Und was das alles mit den doch eher Wir ernsteren Themen wie Integration und Inklusion zu tun hat.

 

Am Abschlussabend sorgten Hannah, Johannes und Tim für ein gemütliches Lagerfeuer, die Kochgruppe steuerte Stockbrot bei und so saßen wir allesamt am gefühlt einzigen trockenem Abend der Woche um das Lagerfeuer herum und spielten, wie konnte es anders sein, Werwolf. Durch die über 20 Mitspieler*innen und das Ambiente war es besonders spannend ob dieses mal das Dorf oder die Werwölfe gewinnen würden.
Um 22.00 Uhr war auf dem Gelände allerdings Nachtruhe angesagt und so verließen einige Mutige die Villa, um eine  kleine Nachtwanderung zu unternehmen. Die Gruppe, die diese vorbereitete, hatte sichtlich Spaß uns zu erschrecken und mir wurde im Nachhinein mitgeteilt, dass man die Schreie bis auf das Gelände der Villa Jühling hören konnte. Aber auch nach der erschreckenden Wanderung setzten wir uns noch zusammen und konnten mal wieder herrlich viel lachen.
Gerade diese gemeinsamen Spieleabende bereiteten mir sehr viel Freude, da man nochmal mit allen ganz ungezwungen ins Gespräch kommen konnte und man dort den Humor der anderen am besten kennenlernen konnte.

 

SG Grün Einführungsseminar 03 - Gruppenbild 2

SG Grün Einführungsseminar 03 – Gruppenbild 2

Der Abreisetag war ziemlich traurig, auch wenn wir wussten, dass wir uns noch regelmäßig wieder sehen würden. Bestärkt wurde das ganze noch von der Abschiedsrunde, in der jede*r jeder*m nochmal etwas Positives mitteilen konnte.

Ein Dankeschön dafür an alle !

Danach ging es leider wirklich nach Hause – erst in einer Gruppe zu zehnt, dann nur noch mit Sieben im Zug und am Bahnhof kamen wir wieder nur zu fünft an, bis sich unsere Wege letztendlich ganz trennten.
Alles in allem war es für mich eine wundervolle Woche und ich denke diese Ansicht können viele mit mir teilen, denn wir alle konnten neue Menschen kennenlernen, die das Positive in einem sehen, dass man selbst viel zu oft vergisst und ich denke und hoffe, dass die nächsten Seminare genauso gut werden und unsere Seminargruppe weiter zusammenwächst!

#Gönnung

(Seminarbericht von Sarah Jacob)