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Bericht von Marieke Plate

29.Juli-09.August 2016

Am 29.Juli begann das Vorbereitungsseminar für die Freiwilligendienste 2016/2017 der .lkj) Sachsen-Anhalt im Erlebnishaus Altmark im ruhigen Zethlingen. Trotz der ausführlichen Beschreibung der Lage war die Ankunft nicht ganz so einfach und Autopannen, Stau und Probleme mit dem Rufbus führten dazu, dass die meisten ein wenig verspätet, aber voller Vorfreude am späten Nachmittag eintrudelten. Mit entspannten Spielen leiteten Nadia Boltes und Georg Liebig das Seminar ein, sodass eine angenehme Atmosphäre entstand, die es uns ermöglichte, über Wünsche und Erwartungen zu sprechen und sich gegenseitig kennenzulernen.

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© Nadia Boltes

Am kommenden Tag ging es dann richtig los. Da wir Teilnehmer_innen unsere Einsatzstellen in verschiedenen Ländern haben werden, wurde die 23-köpfige Gruppe nach Ländern aufgeteilt. Zu Besuch kamen Leute, die in dem jeweiligen Gastland gelebt haben oder selbst einen Freiwilligendienst durchgeführt haben. Sie leiteten die länderspezifischen Gruppen (Bolivien, Ghana, Laos, Südafrika und Togo) an. Durch den Austausch mit Menschen, die in diesen Ländern eigene Erfahrungen gesammelt hatten, konnten wir einen authentischen Eindruck von dem jeweiligen Gastland gewinnen, der ausführlicher und „näher“ dran war, als das, was wir uns im Vorhinein durch Internetrecherche herausgearbeitet haben. Die Aufgeschlossenheit der Menschen half uns, auch kritische Fragen zu stellen und offen über alles zu reden.

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© Nadia Boltes

Nach diesen anderthalb Tagen in den Kleingruppen, arbeiteten wir wieder alle zusammen. Mit mehr oder weniger beliebten Energizern und Warm Ups starteten wir in die verschiedenen Seminareinheiten, welche abwechslungsreich gestaltet waren. Wir arbeiteten drinnen und draußen, mit den verschiedensten Materialien, beschäftigten uns viel mit uns selbst, aber arbeiteten auch in Kleingruppen zu bestimmten Themen oder diskutierten mit der ganzen Gruppe. Uns wurden Notizbücher und informative Unterlagen zur Verfügung gestellt, sodass wir alles schriftlich festhalten und nachlesen konnten.

Neben den Einheiten von Georg und Nadia bekamen wir am 3.Tag Besuch von Maria Rojas, welche unser kritisches Denken gegenüber dem Gebrauch bestimmter Begriffe und Handlungen stärkte. Der Bezug zum Kolonialismus war dementsprechend auch in Verhältnis zu unseren Freiwilligendienst unabdingbar. Wir lernten, Perspektiven zu wechseln und setzten uns zum Ziel, nicht alles direkt zu beurteilen, sondern zunächst zu beobachten. Des Weiteren kam Stefanie Schaarschmidt – die zweite Koordinatorin der .lkj) Sachsen-Anhalt – vorbei, um letzte organisatorische Angelegenheiten zu klären. Besonders schön war, dass die meisten Referenten am Abend vorher anreisten und wir so einen gemeinsamen Abend mit Gesellschaftsspielen und Gesprächsrunden verbrachten.

Auch wenn wir uns irgendwann an die anfangs recht ungewohnten Essenszeiten der vegetarischen Kost des Hauses (8 Uhr Frühstück, 12 Uhr Mittagessen, 18 Uhr Abendessen) gewöhnt hatten, so sorgte die warmen Temperaturen, der ganze Input und die teilweise zu kurz geratenen Nächte für auftretende Müdigkeit. Dementsprechend passten Nadia und Georg in Abstimmung mit uns Teilnehmer_innen das Programm so an, dass wir einen Vormittag frei machten und einen Nachmittag gemeinsam am naheliegenden Arendsee verbrachten. Eine weitere schöne Idee war die des „Secret Friends“. Dabei zog jede/r Teilnehmer_in einen Zettel mit dem Namen einer anderen Person und sollte sich innerhalb der Woche Gedanken machen, wie man dieser Person eine Freude machen könnte – sei es durch ein kleines Geschenk oder nette Gesten, aber natürlich im Geheimen.

Weiter im Programm ging es mit Franzska Dusch, welche mit der Einheit „Kreativ im Konflikt“ uns spielerisch den Umgang mit schwierigen Situationen nahelegte und mit Karoline Heyne, welche mit „Sex – Yes we can“ uns zum Thema Sexualität und der Bedeutung von Sexualität im Gastland aufklärte.

An einem Nachmittag wurde auch eine Kreativwerkstatt veranstaltet, bei der jeder der wollte etwas Kreatives anbieten und mit den anderen teilen konnte. Es entstanden Handpuppen, Makramee-Armbänder und selbst kreierte Buttons. Zudem gab es die Gelegenheit, gemeinsam Fußball zu spielen, Slackline zu laufen und an einem Workshop teilzunehmen, der von zwei weltwärts Alumnis Aaron und Simon veranstaltet wurde.

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© Nadia Boltes

Die beiden boten gegen Abend auch ein Filmprojekt an, welches uns Ausreisenden die Chance gab, unsere jetzigen Ansichten filmisch festzuhalten und in einem Jahr zu betrachten.

Das Seminar ließen wir mit einem selbst organisierten bunten Abend ausklingen. Nach vielen interessanten und lustigen Vorführungen aller Teilnehmer_innen rund um Musik, Theater und Spiel wurde auf die spannenden 12 Tage und die anstehende Ausreise angestoßen und bis spät in die Nacht getanzt und gefeiert. Aber wie das so ist, geht auch die schönste Zeit mal vorbei und so bestand der letzte Tag aus Feedback, Aufräumen und Verabschieden um dann – nochmal gestärkt in Vorfreude, Sehnsucht und Erwartung – innerhalb der nächsten Tage den Flieger ins Ausland zu nehmen. Natürlich mit der Hoffnung, sich in einem Jahr beim Nachbereitungsseminar wiederzusehen und sich viel zu erzählen haben.

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© Nadia Boltes