Blog

Zweites Zwischenseminar der Seminargruppe 1, 05. bis 09. März 2012 im Bildungszentrum Braunschweig

Ein Erfahrungsbericht mit ganz persönlichen Eindrücken von Anna-Marie Müller und Susanne Scharfenberg

FSJ Kultur Zwischenseminar SG1 2011/2012 Braunschweig

Die Seminargruppe

Nun war es also wieder soweit. Das zweite Zwischenseminar war angebrochen, wobei es uns diesmal in das ferne Braunschweig verschlug. Braunschweig, … wo liegt das eigentlich? Etwa schon in Hessen?! (Diese Frage ist natürlich nur ein Spaß und gehört zu einem Spiel, bei welchem es darum ging, verschiedene Sätze  im Laufe der Woche so anzubringen, dass es niemand merkt.) Kaum waren wir im Bildungszentrum angekommen, gab es erstmal ein wenig Trubel – vier neue Gesichter durften wir kennenlernen. Die Zimmerverteilung war nicht die leichteste. Für einige ging es ab in den vierten Stock … und das ohne funktionierenden Fahrstuhl.

 

Aber etwas Gutes hatte es, das ewig lange Treppensteigen mit und ohne Gepäck – man blieb in Bewegung und nach dem Mittagessen hatte man gleich wieder Platz im Magen. Immerhin waren es für einige von uns jeweils 76 Stufen für eine Tour, sei sie rauf oder runter. Nachdem wir diesen Stufenschock überwunden hatten, gab es auch als allererstes ein Mittagessen, bei dem man dann auch die restlichen Seminarteilnehmenden wieder antraf. Gleich danach ging es ab in den Seminarraum, die neuen Teilnehmenden sowie das Thema für die Woche wurden uns vorgestellt.

Unter dem Motto »Was heißt hier nachhaltig? – Zukunft mitgestalten und (fair)ändern!« durften wir auf diesem Seminar unser ganzes Interesse richten und zum Teil lustige aber auch ungewöhnliche Aufgaben bewältigen. Auch vom Leiter des Bildungszentrums gab es nochmal eine Einweisung. Jeder Morgen beginnt mit dem Aufstehen :o) – gut, dass wir von ihm noch einmal daran erinnert wurden. Nach dieser Einleitung ging es in der gewohnten Truppe weiter und in geteilten Gruppen gab es dann die Halbjahres-Reflexion über uns im Freiwilligendienst Kultur und Bildung.
FSJ Kultur Zwischenseminar SG1 2011/2012 Braunschweig
Wir erfuhren, dass einige unter uns ab Herbst Veterinärmedizin studierten oder Zahnarzt_in werden wollen. (>> auch hier wurden einige der „Spaß-Sätze“ eingebracht, denn viele sind noch am Überlegen, welche Richtung sie nach dem Freiwilligendienst einschlagen wollen). Nach dem abschließenden Abendessen trennte sich die Gruppe und die erste Freizeit war angebrochen. Der erste Tag endete schließlich mit dem Schlafengehen. Wer hätte das gedacht!

FSJ Kultur Zwischenseminar SG1 2011/2012 Braunschweig

Musik darf auf’m Seminar nicht fehlen!

Am zweiten Tag starteten wir mit (dem Aufstehen … äh, nein) einer Einleitung in die Fair-Trade Theorie und Praxis, welche von Kati und Nils übernommen wurden. Dazu wurden in kleinen Gruppen Aufgaben bewältigt und anschließend vorgestellt, was durchaus interessant war, … denn wer hätte gedacht, dass eine Jeans aus 100 Einzelteilen besteht und in der Produktion insgesamt 60.000 km zurücklegt? Weiter ging es nachmittags mit einem konsumkritischen Stadtrundgang in der Innenstadt Braunschweigs, der von drei Studentinnen durchgeführt wurde. Nach jeweils einer halben Stunde Fußmarsch und auch ein wenig Bibbern im kalten Frühjahrswind gab es zur Belohnung am Ende der Führung leckere Fair-Trade-Schokolade.

 

Zurück im Bildungszentrum erhielten wir nach dem Stadtmarathon noch einmal diverse Inputs für Fair-Trade sowie einen leider etwas langatmig gehaltenen Vortrag über »Musik und Nachhaltigkeit«. Des Vortragenden Lieblingswort schien et cetera gewesen zu sein …welches uns auch weiter durch die Woche begleitete. Am Abend durfte man sich für Workshops anmelden (Schmuckwerkstatt oder Airbrush), bei denen man seine Kreativität austoben konnte. Am dritten Tag gab es dann die Möglichkeit zu Recycling-Art (was viele wahrnahmen, und der Seminarraum sah auch dementsprechend kreativ aus). Von Kati und Nils wurden uns sogenannte Miniaktionen vorgestellt, für die wir einen Tag Zeit hatten. Diese sollten keinem schaden, gemeinnützig und sinnvoll sein. Im Endeffekt entstanden sehr lustige Aktionen. Unter anderem eine »HALT STOPP! -Hier wachse ich!«-Plakat-Aktion mit dem netten Andreas, aber auch Anti-Straßen-Verschmutzungs-Zettel fanden ihren Weg an öffentliche Mülleimer.

FSJ Kultur Zwischenseminar SG1 2011/2012 Braunschweig

Füttere mich und nicht die Straße!

Sogar ein Medley entstand im Rahmen dieser »sinnvollen« Aktionen – ein »verbotener« Mix aus umgedichteten Strophen von Fettes Brot, Rammstein, Gotye und Tim Bendzko schallte lautstark aus fünf Kehlen am Donnerstagnachmittag durch den Braunschweiger Bahnhof.
Der vorletzte Tag endete wieder einmal mit einem grandiosen und sehr witzigen Abschlussabend, dessen Motto diesmal »Apocalypse No!« war. Die ganze Woche hatten wir dafür Zeit, und was passiert: alles wird natürlich mal wieder auf den letzten Drücker erledigt. Aber dennoch entstanden wunderbare Beiträge. Darunter ein kleines Theaterstück (wieder ein Medley, diesmal nicht aus Musik, sondern aus Filmen … es wurde sich dabei u.a.an Inspirationen aus Filmen wie »Herr der Ringe«, »Per Anhalter durch die Galaxis« und »Jeanne, die Kamikaze-Diebin« bedient. Auch eine kuriose Impro-Einlage brachte die Gruppe zum Lachen: Wenn ein Balrog am Fuß von Hagrid hängt, Majo und Sven diesen mit einem Zollstock erledigen und die Hälfte der Seminarteilnehmenden auf einmal zu Zombies mutiert, gibt’s kein Halten mehr. (Jaaa, dies bleibt vermutlich nur für alle Anwesenden verständlich :o)). Es gab aber mitunter auch klassischere Beiträge, wie zum Beispiel zwei Gesangseinlagen, bei denen »Toxic« und »Where is my mind« zum Besten gegeben wurden. Den krönenden Abschluss gaben Kati und Nils mit ihrem Come-Back-Song »E-Käthe-Raa«. Käthe…wer ist Käthe? Na die Kaffeemaschine, die durch eine extra gerufene Senatssitzung ihren Namen erhielt. Auch hier eine kurze Erläuterung: Da es leider im Haus keine Kaffeemaschine gab und Kaffee aber bekanntlich unabdingbar ist, wurde zusammengelegt und eine kleine Maschine gekauft. Diese erhielt von der Gruppe nach langer Wahl den Namen »Käthe«.

Der letzte Abend in Braunschweigs Bildungszentrum wurde noch ausgelassen mit reichlich lauter und vor allem massig Retro-Musik gefeiert. Am letzten Tag gab es nach dem Räumen der Zimmer noch einmal einen Ideensprint für das Abschlussseminar und den Auf- und Abgesang sowie eine Auswertung der Woche, bei der alle anonym ihren Mut oder auchUnmut raus lassen konnten. Nach dem letzten Mittagessen gab es ein Abschlussfoto, dann musste sich auch schon verabschiedet werden. Das zweite Zwischenseminar war vorbei. Ist das nicht hundsmiserabelgemein(nützig)?!

FSJ Kultur Zwischenseminar SG1 2011/2012 Braunschweig

Fotografische Zusammenfassung des Seminars