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Der zweitägige Workshop richtete sich an Freiwillige, die sich kritisch mit ihrem eigenen Konsumverhalten und somit auch mit der damit einhergehenden Müllproduktion auseinandersetzen wollten. Die Frage »Können wir müllfrei leben?« stand dabei im Mittelpunkt.


Der Workshop war gegliedert in zwei aufeinander aufbauende Teile: im ersten Schritt erfolgte eine theoretische Beschäftigung mit dem Thema Konsum und Müllproduktion in Deutschland. Dazu wurden Zahlen und Fakten genannt, z. B. dass ca. 400 Mio. Tonnen Müll anfallen und dass das in Zusammenhang mit dem Konsum von verpackten Lebensmitteln sowie Konsumgütern steht. Um die Dimension dessen besser fassen zu können erörterten wir ein Fotoprojekt des Fotografen Gregg Segal »7 Days of Garbage«.
Menschen wurden gebeten, sieben Tage lang ihren Müll zu sammeln und sich in diesem Müllberg fotografieren zu lassen. Dieses Projekt veranschaulicht sehr deutlich, dass Einzelne genauso wie die Industrie in der Verantwortung für Umweltschäden und Klimawandel sind. Veränderung fängt im Kleinen an, das ist die Botschaft.
Den Tag beendeten wir mit einem Besuch im Unverpacktladen »Frau Ernas«. Die Inhaberin stellte das Konzept des Ladens vor und auch ihre Motivation, möglichst müllfrei zu leben vor. Die Teilnehmenden erfuhren, welche Alternativen es zu verpackten Produkten gibt und warum Plastik z. B. gesundheitsschädlich ist.


Am zweiten Workshoptag gingen wir die Thematik müllfrei leben praktisch an. Es gab die Möglichkeit einige Kosmetika selbst herzustellen. Bodybutter, Deo, Peeling, Badekugeln und Zahnpasta konnten von den Teilnehmenden unter Anleitung produziert werden. Dafür wurden Rezepte ausgelegt und die Zutaten bereitgestellt. Währenddessen wurden unter anderem schädliche Inhaltsstoffe in der konventionellen Kosmetik besprochen und auch Möglichkeiten aufgezeigt, diese zu erkennen und durch natürliche und gesunde Stoffe zu ersetzen. Zudem gab es die Möglichkeit, Brottücher zum Verpacken von Brot/ Brötchen etc. selbst herzustellen und auch aus Tetrapaks und anderen Resten, etwas Neues und Nützliches zu machen.


Die anfangs aufgeworfene Frage, ob wir überhaupt müllfrei leben können, konnte weder eindeutig mit »JA« noch mit »NEIN« beantwortet werden. Ziel des Workshops war es, für das eigene Konsumverhalten zu sensibilisieren, den Zusammenhang zwischen Müll und Mosnum aufzuzeigen sowie Handlungsoptionen zu erarbeiten. Es ist eher das Ziel müllfreier zu leben als tatsächlich komplett müllfrei zu leben.