Blog

Vom 06.-10.02.2017 fand das erste Zwischenseminar der Seminargruppe Grün im Mauritiushaus Niederndodeleben statt. Eine Woche lang trafen sich 25 Freiwillige aus den Formaten FSJ (Ganztags-)Schule, FSJ Kultur (an Schule) und BFD für geflüchtete Menschen. Hier könnt ihr im Seminarbericht von Franziska lesen und erfahren, wie Bildung zur Gönnung wird:

Nachdem das letzte Seminar schon wieder fast ein halbes Jahr zurücklag, starteten wir voller Elan in unsere Zwischenseminarwoche, die diesmal in Niederndodeleben – einem kleinen Ort hinter Magdeburg, stattfand.

Nach einem gemütlichen Einstieg bei Tee, Kaffee, Keksen und der Gelegenheit für einen ersten Austausch, begann unser Montag mit dem (Wieder-)Kennenlernen. Einige neue Gesichter waren dabei auch unter uns und wurden herzlich aufgenommen. Für viele Lacher sorgte das Kennlernspiel, bei dem wir nicht nur uns, sondern auch den persönlichen Gegenstand einer anderen Person vorstellen sollten. Bereits in der zweiten Runde wurden viele Gegenstände anderen Besitzer*innen zugeordnet und die Verwirrung war groß, als zugleich an mehreren Stellen im Raum der – angeblich – selbe Gegenstand weitergereicht wurde. Ein Wunder, dass am Ende alle Schätze wieder zu den richtigen Personen gelangten.
Viel Zeit nahmen wir uns am Montag auch für das sogenannte „Achtsamkeits- oder Awarenesskonzept“. Wir tauschten uns darüber aus, was genau wir unter Achtsamkeit in der Seminargruppe verstehen, wie wir miteinander umgehen wollen und stellten Vereinbarungen für ein gutes Miteinander in dieser Woche auf. Im Anschluss bildeten wir ein „Awareness-Team“ – eine Gruppe von Menschen, die in dieser Woche speziell dann ansprechbar sein sollten, falls Personen Diskriminierungserfahrungen erleben und sich Unterstützung wünschen. Nachdem auch alle anderen Seminarjobs, wie z.B. die Seminarraumperle oder das Kaffeekränzchen, verteilt und die Kochgruppen gebildet waren, blieb uns nur noch das basteln von Pinguinen und Eisbären für unsere winterliche Eso-Landschaft, anhand der wir jeden Morgen unser Befinden zum Ausdruck bringen konnten.

Zwischenseminar SG Grün WarmUp

Zwischenseminar SG Grün WarmUp

Am Dienstag setzten wir uns damit auseinander, was für uns ein Konflikt ist und welche Möglichkeiten der Konfliktbearbeitung es gibt. Wir übten uns darin, gewaltfrei zu kommunizieren und diskutierten, wann diese sogenannte „Giraffensprache“ im Alltag oder der Einsatzstelle hilfreich sein kann. Das Gegenteil, die „Wolfssprache“, verwendeten wir in dieser Woche nur noch für energiegeladene WUPs im Sonnenschein, wenn wir nicht gerade funky chicken oder crazy alligators darstellten. Am Nachmittag setzten wir uns mit Gruppenleitungsstilen und den Kriterien eines guten Spiels auseinander. Die anschließend in Kleingruppen erarbeiteten und selbstständig angeleiteten Spiele und Übungen erstreckten sich von menschlichem Memory über Fingertwister bis hin zu Improvisationstheater.

So aufgeladen konnten wir in den dritten Tag starten, dessen Schwerpunkt die Halbjahresreflexion unserer Freiwilligendienste war. Wir schauten auf bereits Erreichtes, auf weitere Pläne und besonders auf die eigenen Projekte, die wir mittels eines Projektdominos präsentierten. Dabei stellten sich viele Schnittmengen zwischen den jeweiligen Projekten heraus, die in der anschließenden Kleingruppenphase noch vertieft werden konnten. Sogar ganz neue Ideen für die Vernetzung einzelner Projekte entstanden dabei. Am Nachmittag stand das Thema „Ich <3 mein Geschlecht“ auf unserem Programm. Höhepunkt dieser sehr intensiven Einheit, in der wir uns mit Geschlechtsidentitäten und Antidiskriminierung beschäftigten, war die Auseinandersetzung mit den Begriffen „Frau“, „Mann“, „schwul“, „lesbisch“, „inter*“ und „trans*“ über Mind-Maps und Diskussionen, in denen viele Fragen geklärt werden konnten. Mit vielen neuen Informationen und Gedanken im Kopf ging dieser Tag zu Ende.

Zwischenseminar SG Grün Fingertwister

Zwischenseminar SG Grün Fingertwister

Am Donnerstag standen drei kreative Angebote zur Wahl. In den Workshops Urban Gaming, Performance/ Poetry Slam und Streetart hatten wir die Möglichkeiten unseren kreativen Energien freien Lauf zu lassen. Beim gemeinsamen Abschlussabend erfolgte dann die Präsentation der Ergebnisse. Die gesprayten Galaxien der Streetart-Gruppe (in der Hannah spontan die Leitung übernommen hatte!) verliehen dem Seminarraum eine besondere Atmosphäre und trugen sicher auch dazu bei, dass bei den rezitierten und sehr persönlichen Poetry-Slam Texten nicht alle Augen trocken blieben. Für einige Lacher sorgten die Berichte der Urban-Gamer, die bei ihrem Ausflug in die Magdeburger Innenstadt unter Anderem ihre großen Talente beim Tauschen von Gegenständen mit Fremden unter Beweis stellten. Für einen weiteren ganz besonderen Moment sorgten Nils und Johannes mit ihrer Präsentation eines eigens getexteten und auf dem Klavier komponierten Seminargruppensong, den wir sicher nicht zum letzten Mal gehört und gesungen haben, denn: „Grün – das heißt Freundschaft“. Bei der anschließenden Kinderdisco verdauten wir diese schönen Eindrücke und das leckere arabische Abendessen und ließen den letzten Abend gemeinsam ausklingen.

Der Freitag stand dann wieder ganz im Zeichen des Aufräumens und Auswertens. Nachdem ersteres schnell geschafft war, erfreuten wir uns noch mit Wunderkerzen am jeweiligen Wunder der Woche und verabschiedeten uns dann ins wohlverdiente Wochenende.